Attraktiver durch Kastration ?

Wieviel muß man abschneiden wenn man attraktiver werden möchte ? 50 meter !

… so zumindest der Gedanke der nächste Woche bei der FAI am 24.April 2015 zur Abstimmung vorgetragen werden soll.
150m statt 200m von der Winde bis zur Umlenkrolle auf F3B-Wettbewerben um die Hochstarthöhe zu reduzieren.

Nachlesen kann man den Sachverhalt des deutschen (!) Vorschlags in englischer Sprache sowie eine Diskussion hierzu
in einer Unterrubrik des amerikanischen Modellbauforums RCgroups: 2015 FAI Rules Proposals“
Die Reduzierung der Seillänge soll zu attraktiveren, interessanteren Zeitflügen beim F3B führen.

„Nunja“ beziehungsweise „au wei“ sage ich da.
Der seither schön anzuschauende Speedflug mutiert dann gefühlt zur Schlafwagenveranstaltung, die Einflughöhen fürs Streckenfliegen sind natürlich ebenfalls reduziert…und ob der Zeitflug dann wirklich wesentlich attraktiver wird sei auch einmal dahingestellt.

Ein wesentliches Kriterium für die Zeitflugaufgabe ist doch auch der Tagesabschnitt zu dem man sich in der Luft befindet.
Anders als in den frühen Morgen- und in den späten Abendstunden ist zur Tagesmitte stärkere thermische Aktivität zu verzeichnen –
und das kann äußerst spannend sein – erinnern möchte ich an dieser Stelle z.B. an Dresden letztes Jahr und an Colmar dieses Jahr.
Da war richtig was los und da war es auf dem Flugfeld äußerst spannend.

Für mich liegt es am Veranstalter ob der Zeitflug anspruchsvoll ist oder nicht – je nachdem wie er den Ablauf des Wettbewerbs
gestaltet; eine Reduktion der Seillänge ist mit Sicherheit nicht das Mittel der Wahl – außer man möchte den F3B-Sport generell etwas langweiliger gestalten…

Deshalb hoffe ich, daß die FAI-Delegierten nächste Woche in meinem Sinne abstimmen werden: für 200m bis zur Umlenkrolle !

Freunde des F3B – was meint ihr ?

8 Kommentare

  1. Mahlzeit

    Soll ich den schönen Text mal bei RC-Network verlinken damit es auch alle mitkriegen?
    Auf F3B.de, wo es eigentlich hingehört, will es wohl keiner sehen……..

  2. Nur zu – ich denke es handelt sich bei der angedachten Verkürzung der Schleppstrecke um ein Ansinnen, aus dem kein Geheimnis gemacht werden sollte

  3. Attraktiver durch Kastration 🙂 das ist mal eine nette Formulierung und trifft die Sache aber sowas von genau!

    Man muß sich dann mal vorstellen – leichter Seitenwind, keine Thermik – dann kommt der Flieger unter 150m zum Speed Sad
    Und ich dachte immer die Attraktivität von unserem Sport soll gesteigert werden. Wer will denn so was??? Da laufen doch die Leute weg?!

    Apropos „wer will den so was“
    hmm
    Hätte ich vor 3 Tagen in Colmar nicht zufällig mit einem F3B Kollegen geplaudert, der mir von einer Schweizer Rundmail zur Diskussion zu diesem Thema erzählte, hätten wir das gar nicht erfahren????
    Wie geht denn so was??? Sad
    Soll der deutsche F3B Pilot denn hier nicht mitdiskutieren???
    Es war doch letztes Jahr so einfach in Lünen, als wir über die WM-Punkte nachdachten, ein kleines Pilotenmeeting und alle sind informiert.

    Der Zeitflug mit 10 min ist bei unseren heutigen Fliegern nur noch bei thermischen Bedingungen differenzierend. Und da hat Wolfi schon recht. Es liegt eigentlich am Veranstalter, etwas daraus zu machen. Wieso fangen wir morgens nicht mit Streckenflug an und schieben den Zeitflug zur Mittagszeit??? Helferproblem???

    Wenn eine Änderung her muß, dann evtl. 12min Flugzeit.

    150m ist ein No-Go

  4. Hallo liebe F3B-Feunde,
    Ich betrachte mich mittlerweile ja als outsider, was die F3B-Szene anbelangt….so bitte ich Euch mir nachzusehen, wenn ich eventuell nicht ganz aus der „Szene heraus“ hier argumentiere.
    Ich kann mir vorstellen, dass eine Verkürzung der Schleppstrecke auf 150m neben staerkerer Differenzierung auch ungewünschte Nebeneffekte mit sich bringt:
    – ein eher pragmatischer waere wohl, dass sich die B-Linie auf Höhe der Umlenkrollen befinden würde, was eventuell zu grösseren Problemen bei Crosswind und grösseren „Menschenansammlungen“ eben in der Region der B-Line führen wird.
    – ein kostspieliger Nebeneffekt könnte die Weiterentwicklung der Modelle darstellen. Nun sind F3 Modelle per se nicht günstig, aber um aus der geringeren Höhe die 10 Minuten voll zu machen kann man schon mit teureren, steifen und leichten Materialen etwas machen. Es wird die modelle wie gesagt aber weder günstiger, noch robuster machen. Zusaetzlich wird es dann Wettbewerber geben, die sich gleich mit mehreren verschiedenen Varianten Ihres Modells auf das Flugfeld begeben und je nach Wetterlage auswaehlen. Ist der Wetterbericht auf schwachwindig und thermikschwach ausgelegt, so tut’s der extraleichte lieger. Bei Gewitter und Sturm greift man dann eben zum Windflieger – vorher muss man aber, um eben auch über einen solch „adaptiven Flugzeugpark“ zu verfügen, tiefer in die Tasche gegrifen haben. 🙁
    In F3J sieht man das ganz deutlich – da tritt kaum jemand mit ein und der Selben Modellvariante mehr an.

    Daher sehe ich eine verkürzung der Seillaenge (ebenso, wie eine Verlaengerung der Flugzeit) als eher problematisch!

    Deutlich mehr Differenzierung in den Zeitflug könnte man wohl ducr folgende zwei Massnahmen erreichen:

    1. Man erhöht die schon existierende Mindestflaechenbelastung von 12gr/qdm auf – sagen wir 35gr/qdm

    2. Man verwendet Höhenlogger wie bei F5J, die nicht 10 Sekunden nach dem Ausschalten des Motors, die „Stathöhe“ loggen, sondern eben 10 sekunden nach dem Ausklinken. Mit einem kleinen Magnetsensor am Hochstarthaken (Seilfallschirm) sollte soetwas heutzutage eigentlich zu triggern sein.
    Jeder Meter Starthöhe geht so mit 0.5 Punkten Abzug in die Wertung ein. Derjenige der „sicher“ Hochstartet, startet damit auch gleich mit einer Hypothek an Punkten – eventuell sogar bis zu 100 Punkten gegenüber demjenigen, der den tiefen Bart entdeckt und nach kurzem Start diesen aus 50m Starthöhe wegkurbelt.

    Auch taktisch würde das wohl dem F3B-Zeitflug wieder einiges an „Pep“ geben und neue Varianten aufzeigen können.
    Viele Grüsse und viel Erfolg in der laufenden F3B-Saison:

    Philip Kolb

  5. Die F3B-Szene lebt und wird mit Interesse verfolgt!
    Das zeigen die vielen klicks auf RC-network zum Thema, zahlreiche statements innerhalb und ausserhalb der Szene (Danke Philip!) und etliche konstruktive Äußerungen, die von einem guten Sportsgeist geprägt sind wie ich finde.

    Wenn man tatsächlich am Reglement etwas ändern wollte im Hinblick auf die Erhöhung der Attraktivität des Zeitflugs – mir persönlich gefällt der oben vorgetragene Lösungsansatz von Philip Kolb ganz gut: Stichwort „erhöhte Flächenbelastung“.
    Die Geschicklichkeit des Piloten würde verstärkt gefordert bei gleichzeitig robusteren Modellen.
    Dem etwas erhöhten Aufwand bei stichprobenartigen Wettbewerbskontrollen stünde ein vergleichsweise geringer technischer Aufwand beim F3B-Piloten gegenüber.

    Wenn das F3B-Reglement die Schaffung eines Universalsegelflugmodells begünstigt (Forderung nach gutem Sinken, gutem Gleiten und gutem Schnellflugverhalten ) so würde mit der Erhöhung der Mindestflächenbelastung die Entwicklung in eine ähnliche Richtung gehen denke ich ( gesteigerte Robustheit des Flugzeugs, vielseitige Einsetzbarkeit von F3B-Modellen )

    Doch nun heißt es für uns erstmal „abwarten“ und schauen wie morgen am 24.04.2015 über die Länge der Schleppstrecke abgestimmt werden wird.
    Ich bin gespannt.

  6. Ist es eigentlich die Aufgabe von Wettbewerbspiloten, sich in Foren über die Entwicklung von Regelwerken zu informieren???

    Bin ja echt gespannt, wann hier mal eine Stellungnahme kommt. Thinking

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