2024 Örebro Open F3B

10:00

Zeitflug haben wir alle geschafft. Aber nie ganz einfach und die letzten 2 Gruppen wurden thermisch sehr herausfordernd. Die Sonne scheint hier schon seit 4:20.

jetzt geht speed los.

18.5. 8:00

Briefing started. windrichtung ist gleich geblieben. super wetter, wenig wind aus Ost.

17.5. 15:00

Wie vermutet. die Thermiken sind sehr stark, die abwindfelder noch stärker. Das gibt herausfordernde Zeitflüge.

17.5. 13:00

ich bin angekommen und werde demnächst aufbauen. steffen sollte bald folgen. wechselnde windrichtungen werden vermutlich ein umbauen erfordern.

Das gelände sieht sehr thermisch aus mit einzelnen staubteufeln und vielen kleinen büschen und baumreihen um diie thermik abzulösen. definitiv ein Gelände wo die lokale Erfahrung hilft.

16.5. 23:00
Wir sind auf dem Weg nach Örebro und sollten morgen mittag ankommen. Das Wetter sieht ausgezeichnet aus mit viel Sonne und bis zu 25°C! Ich bin gespannt wie sich der Wind entwickelt. Auf dem Weg von Göteborg war es doch recht viel und die Windräder bogen sich ganz gut. Freue mich darauf viele Leute von der WM wieder zu sehen!

13TH PLASSENBURG-POKAL, KULMBACH 2024

Bericht Kulmbach F3B 2024

Bei Kulmbach kommen bei mir stets Kindheitserinnerungen hoch. War es doch hier anno 2003, dass ich mit meinem Vater und weiteren Vereinskameraden des MSF Donzdorf (Grüße nach Hause!) meinen ersten F3B „Wettbewerb“ geflogen bin: Das Einsteigerseminar bei dem die Profis uns ein wenig angeleitet haben wie man F3B fliegt. Damals noch mit völlig untauglichen Modellen und absolut keiner Ahnung was man machen muss. Ganz schön lang her und eigentlich hat sich gar nicht so viel geändert. Noch immer noch bin ich am tüfteln und trainieren um zu besseren Ergebnissen zu kommen.

21 Jahre später haben wir das grässlich regnerische Wetter von damals aber abbestellt und konnten bei schönstem Wetter 2 (bzw. 3) tolle Tage im Freien verbringen. Mit Ralf Decker und Tomás Bartovsky war dieses Wochenende auch die F3/FAI Prominenz am Platz vertreten. Zum Auftakt konnte uns Helmut Bauer hier noch ein paar Anekdoten mitgeben, bevor der Wettbewerb pünktlich startete.

Samstag
(vielleicht habt ihr das schon die letzten Tage gelesen, dann könnt ihr nach unten zum Sonntag springen)

Nach einem pünktlichen Briefing konnten heute morgen auch gleich die Flugzeuge für den Zeitflug gesattelt werden. Und hier durften viele gleich Federn lassen. Waren am Ende doch mit 10 Piloten nur circa 1/3 des Feldes in der Lage die Zeit vollständig zu fliegen. Aber zumindest bei den Landepunkten haben alle ihr Ergebnis noch etwas aufgebessert. Das ganze Lag am sehr schwachen Wind, der aber oft sogar leicht von hinten kam. (erstmal war nur die Nord-Östliche Windenrichtung freigegeben.) Die niedrigen Hochstarthöhen gaben eine schwierige Ausgangslage. Die noch zu schwache Thermik ermöglichte nur ein reduziertes Sinken, das erst in niedrigen Höhen etwas besser wurde. Das dann noch zu finden war nicht einfach.

Der Speedflug mit identischer Ausgangslage war dementsprechend auch mit niedrigen Höhen und niedrigem Gewicht geflogen. Eine saubere Einteilung und sichere Wenden waren notwendig, enge Wenden sehr empfehlenswert. J Die Bestzeit mit gutem Abstand von Bernhard Flixeder mit 15,78. Nur 4 Piloten unter 17s!

Der Streckenflug wurde langsam differenzierender durch die Thermikfelder. Trotzdem 13 mal 1000er bei 8 Streckenfluggrupen. Wenn man aber die falsche Seite wählte oder zu spät kam war die gute Luft schon wieder weg und man schaute in die Röhre. Teils waren hier starke Ausreiser im Ergebnis nach unten möglich.

Runde 2

Die zweite Windenlinie wurde eröffnet und es gab im Zeitflug jetzt viel Thermik ab der ersten Gruppe. Viele Piloten an der Sichtgrenze (nach oben). Aber auch hier gab es große Ausreiser. In meiner letzten Gruppe konnte ich mit einem Höchstpegel an Adrenalin und Anspannung in niedriger Höhe noch etwas Zeit schinden und mit 7:23min Flugzeit den 1000er sichern. Heute war Zeitflug, wie schon in Hülben, erneut kein garantierter 1000er!

Der Speedflug war etwas besser als zuvor. Es kam ganz leichter Wind auf und die Zeiten fielen um circa 1-2s. Bester wurde Steffen mit 14,33s und einer ganzen Sekunde Vorsprung auf den zweiten Jürgen Pölzl.

Aber immer noch waren die Hochstarthöhen nicht besonders.

Zum Ende wurden noch zwei Zeitfluggruppen Runde 3 begonnen. Die liefen ganz gut mit den meisten Piloten die die Zeit voll machten. Morgen geht es um 8 Uhr mit Zeitflug Gruppe 3 (nur F3B) weiter. Ich schätze danach noch einen oder zwei Streckenflüge und einen Speed am Ende.

Die Verpflegung war wieder sehr gut. Schonmal vielen Dank und ich freue mich auf des morgige Mittagessen!

Und was war mit F3G? Die gibt es natürlich auch bei diesem Wettbewerb. Ich habe noch kein Stimmungsbild gemacht und kann daher nur meine persönliche Meinung hier wiedergeben.

Ein so kleiner Wettbewerb wäre normalerweise ziemlich stressig. Insbesondere im Zeitflug, wo in jeder Gruppe jemand vom Team dran ist. Heute wurde dies so gelöst: In Strecke und Zeit fliegen F3B- und F3G-Gruppen abwechselnd. Speed wird jeweils am Stück geflogen. Dies ergänzt sich sehr gut, da alle genug Zeit haben sich vorzubereiten und auch bei Seilriss oder ähnlichem gibt es keine große Hektik durch die Pausengruppe F3G. Dazu beigetragen hat, dass genug Helfer da waren um die Linien ohne Piloten zu besetzen. Erst beim zweiten Speedflug wurde die A-Linie abwechselnd von den Piloten besetzt. Definitiv eine interessante Erfahrung! Und ja, man muss sich schon gut konzentrieren um jedes mal sauber zu drücken.

Die Landemarken sind doppelt vorhanden. Einmal F3B und nochmal für F3G, die sich damit schon am Punkt aufstellen können, während B noch fliegt. Insgesamt also sogar minimal effektiveres Zeitmanagement als bei derselben Menge an Piloten nur mit F3B.

Ich versuche mich morgen mal bissl umzuhören was die anderen für einen Eindruck haben und berichte dann entsprechend.

Sonntag

Auch am Sonntag waren wir pünktlich unterwegs. Wie erwartet wurde zuerst der schon begonnene Zeitflug fertig geflogen. Etwas kräftigerer Wind aus Nord ermöglichte bessere Starthöhen und verbesserte damit die Ausgangsbedingungen deutlich. Es war zwar noch lange kein Selbstläufer, aber die durchschnittlichen Ergebnisse hatten sich deutlich verbessert.

Im Anschluss folgten zwei Streckenflüge von Runde zwei und drei. Der dritte Streckenflug wurde dabei nicht mehr abwechselnd mit F3G geflogen, sondern eine Klasse als Block, damit die Piloten gegenseitig unter den Linien helfen können. Die Helfer vom Vortag waren wohl etwas zu erschöpft.

Die Sonne war bereits kräftig am werkeln und produzierte mit komplizierten Windsystemen eine interessante Mischung aus unterschiedlichen Startrichtungen, Hochstarthöhen und Flugbedingungen. Die Ergebnisse änderten sich dadurch auch massiv von Gruppe zu Gruppe. Die Thermik war zeitlich oft nur kurz vorhanden. Und wer den richtigen Startzeitpunkt verpasste, der konnte all zu oft nur noch in der verbleibenden sinkenden Luftmasse fliegen. Und während wir im Team gestern sehr gute Ergebnisse beim Streckenflug erreichten, bekamen wir heute die andere Seite zu spüren. Immerhin konnte Steffen die Punktverluste auf Runde drei begrenzen. Nach dem guten ersten Tag aber trotzdem ein kleiner Dämpfer. Bei mir waren beide (kurz aufeinander folgende) Streckenflüge ziemlich katastrophal. (16 zu 20, 11 zu 15) Bedingt aber auch durch mangelhaftes Flugzeug-tuning im Start. Hier ist also noch etwas Trainings- und Einstellungsarbeit notwendig.
Ein paar Tropfen aus einer Wolke konnten den Ablauf nicht nennenswert stören.

Nach einer kurzen Pause gab es dann die Zwischenergebnisse und somit auch die Startlisten für den finalen Speedflug. (siehe Bilder, Beide Flixeder vor Pölzl, Besemer, Buchert und Rossmann.)

Der Wind war weiterhin etwas kräftiger als Samstag, dafür gab es aber Schatten durch die inzwischen recht große Wolke. Die Wettergötter schienen uns jedoch beim Speedflug wieder milde gestimmt zu sein. Günther Ober konnte mit einem sauberen Flug und eng geflogenen Wenden früh eine 15,4x s Bestzeit für sich reservieren. Ein paar Starter später durfte ich bei guten Bedingungen meine zuvor im Herbst 23 beim Wettbewerb auf dem Nortel aufgestellte Speed-Bestzeit auf 14,44s verbessern und zeitweise die Wertung anführen. Yeah! Der Flug hat richtig Spaß gemacht und macht die zwei schlechten Flüge davor zumindest emotional wieder wett. 😊
Für den 1000er reichte aber auch das nicht ganz. Jens Buchert startete mit einer schlechten Höhe und versuchte diese mit der Suche nach Thermik aufzubessern. Dies war jedoch vergeblich und so kam er zu einem Restart zurück. Der Fallschirm am Hochstartseil wurde aber zuerst nicht eingehängt, was noch am Boden bemerkt wurde. Bereits unter Seilzug, dauerte das beheben des Problems ein wenig. Der Stress war im ganzen Team und beim Piloten bemerkbar, während die Rahmenzeit heruntertickt. Ein schneller Rückflug und Einflug bei circa 17s verbleibender Rahmenzeit erlaubten nun keine größeren Fehler. Scheinbar hat Jens aber genau diesen Stress gebraucht und er verwandelt ihn in eine tolle 14,35s.
Steffen als nächster Starter gibt das Zeichen zum Start und erstmal tut sich: gar nichts. Kein Strom an der Winde! Die Batterie war dann schnell angeklemmt und der Start ergab eine sehr gute Ausgangshöhe. Extrem knappe Wenden bei denen ich als Helfer (Bei Steffen, nicht als offizieller) schon etwas unsicher wurde, konnten die Bestzeit nochmal um sieben hundertstel auf 14,28s verbessern. Bei Pölzl, Gerhard und Bernhard Flixeder waren die Bedingungen nicht mehr ganz so gut. Bei Gerhard kamen noch ein paar Wellenbewegungen in der letzten Strecke dazu, die die Zeit etwas stärker erhöhte. Bernhard wie gewohnt mit einem sehr sauberen Flug. Die Bedingungen gaben hier aber nicht mehr her. (15,9X s?)

Damit konnte das Treppchen doch nochmal umgeworfen werden und Steffen gewinnt den 13. Plassenburgpokal vor Bernhard Flixeder und Jens Buchert mit 1% Vorsprung!

Fazit

Wir hatten richtig tolles Wetter und einen erfahrenen Veranstalter. Drei Runden konnten komplett geflogen werden. Auch die Verpflegung war sehr gut und schnell. Ein großes Lob an alle Helfer und auch an alle Piloten die sich „nebenberuflich“ als Helfer engagierten. Insbesondere bei den Streckenflügen war es manchmal sehr turbulent und trotzdem konnte fast immer die Übersicht gewahrt werden. Das ist nicht einfach!  Ich hoffe alle hatten genauso viel Spaß wie ich und freuen sich schon auf die 2025 Edition von Kulmbach F3B! Einen großen Dank an das gesamte Team der MV Kulmbach für die Organisation und Durchführung dieses schönen Wettbewerbs!

F3G + F3B
Wie bereits am Samstag versprochen, habe ich mit einzelnen Personen über das Konzept gesprochen und mir auch selbst gestern nochmal ein paar Gedanken gemacht.
Ich glaube der Wettbewerb in Kulmbach hat gezeigt, dass dieses Konzept funktionieren kann. Laut Helmut Bauer war die kombinierte Teilnehmerzahl auch zwingend notwendig für den MV Kulmbach um diesen Wettbewerb durchzuführen. Das Abwechseln der Gruppen mit G und B führt zu einem sehr gemütlichen Wettbewerb. Da wir mit 6 Piloten ein etwas großes Team für diesen Wettbewerb waren kam mir das dieses Mal etwas entgegen, wobei es auch Sonntags ohne Abwechseln problemlos und gut geklappt hat.
Allerdings muss man natürlich auch sehen, dass wir durch gemeinsam circa 60 Piloten auch doppelt so viele Flüge benötigen um eine Runde abzuschließen. Selbst wenn man etwas mehr Pausen berücksichtigt, hätte man ohne F3G bei diesen Wetterbedingungen sicherlich eine vierte Runde, vermutlich sogar eine fünfte Runde durchführen können. Das wäre deutlich mehr Flugzeit pro Pilot und auch für das Endresultat eine bessere Mischung unterschiedlicher Flugbedingungen.
Bei den anderen Piloten habe ich sehr unterschiedliche Meinungen gehört. Von grundsätzlicher Zustimmung wegen der Notwendigkeit bis zu Ablehnung. Die begrenzte Zeit beim Abbau und Siegerehrung ermöglichte hier aber sicherlich kein repräsentatives Meinungsbild, sondern zeigt nur, dass wir hier noch nicht ganz bei der Lösung des Problems angekommen sind.

Kernpunkt sind und bleiben zwei Probleme: Geld und Helfer.
In Kulmbach wurden beide Probleme durch die erhöhte Anzahl an Personen gelöst, die sich gegenseitig geholfen haben. Mehr Piloten bei gleichem Startgeld ergaben hier auch für den Verein einen attraktiven finanziellen Anreiz.

Nun steht es aus, auch noch andere Optionen zu testen.
Definitiv vorstellbar ist genauso ein Wettbewerb nur einer Klasse bei dem die Piloten sich gegenseitig an der A-Linie aushelfen.
Hier wäre eine klare Einteilung der notwendigen Personen nötig, was jedoch auch kein Problem darstellt. Theoretisch muss jeder Pilot je Streckenflugrunde nur einmal helfen. Oder in einer Runde für drei Gruppen drücken und die folgenden zwei Runden nicht mehr.
Bei kleinen Streckenfluggruppen könnten die notwendigen Helfer seitens des Veranstalters auf minimal 5 gedrückt werden. (1 Wettbewerbsleiter, 3x B-Wende, 1x Anlage/B-Wende Reserve)
Weitere offizielle Helfer könnten beim Catering gespart werden. So schön und einfach es ist, wir könnten uns auch alle eine Brotzeit mitnehmen oder nur einen Grill hinstellen, den die Nutzer selbst nachfeuern. Selbst eine längere Mittagspause wäre eine Option mit mehr Flugzeit, bei der die Helfer sich dann auch wirklich erholen können.

Bleibt dann noch der finanzielle Aspekt. Die Ausgaben für den Veranstalter sind mir hier ehrlich gesagt nicht genau bekannt, daher freue ich mich gerne über Anmerkungen und Kommentare hierzu. Ich schätze aber, dass bereits nennenswerte Kosten durch den Betrieb und den Transport der großen Münchener Anlage entstehen. Eine kompakte Anlage mit niedrigen Kosten sollte für solche kleinen Wettbewerbe aber absolut ausreichend sein. Lünen, Binningen, Büllingen und Jesenik funktionieren ja teils schon lange sehr gut.
Gesamt sind dann die Kosten:

Gesamt also 1250€ = 42€ bei 30 Piloten ohne Gewinn.

Das wars für heute. Schaut ruhig auch bald wieder hier vorbei. Ein Update für das Nationalmannschaftsranking ist in Arbeit und hängt von Zeit und Internetverbindung auf dem Weg nach und von Örebro ab.

F3B und F3G im Jahre 2024 – auf nach Kulmbach

Bin mal gespannt, wie das Zusammenspiel und die Orga am Wochenende in Kulmbach klappt. Das Wetter sieht sehr vielversprechend für die 30 F3Bler und 31 F3Gler aus. Insgesamt 61 Piloten. Da sollten bei dem erfahrenen Veranstalter locker 3 Runden für alle drin sein😉

19th Kirchheim Open F3B 2024 – 14. Deutsche Meisterschaft

Live reports, pictures and Results:https://www.rc-network.de/threads/f3b-kirchheim-open-2024.12005089/

In Hülben haben wir uns 2024 erneut zum ersten Mal zu einem Wettbewerb getroffen. Dieses Mal sogar direkt zur deutschen Meisterschaft. Es hieß also direkt von 0 auf 100 zu beschleunigen. Und das hinterlässt doch manchmal ein paar Spuren:

Pünktlich zum Wettbewerb des MSC Kirchheim ließ sich den Wettergöttern dieses Jahr ein wenig Gnade abringen und so konnte bereits am Freitagnachmittag relativ trocken aufgebaut werden. Der Samstag wurde sogar durchgehend sonnig und am Sonntag riss die Wolkendecke zum Nachmittag auf. Die Temperaturen zwischen 10°C und 20°C ermöglichten auch ein angenehmes Arbeiten. Eine Herausforderung wurde jedoch mit dem Wind geboten. Zum Training am Freitag noch auf West, wechselte er spät abends auf Süd-Ost und sollte so auch den ganzen Samstag über bleiben. Er war dabei kräftig und brachte ordentlich Zug in die Seile. Da der Startbereich durch eine Baumreihe gut abgeschirmt ist, entfaltete dieser Wind erst in ein paar Metern Höhe seine volle Wirkung. Fehleinschätzungen der Windstärke führten daher zu einigen Seilrissen.

Die Zeitflüge wurden auf der Alb-Hochfläche im Osten geflogen. Die Distanzen zum Piloten waren dabei hoch und die Flugbedingungen turbulent. Eine massive Herausforderung für alle Piloten. Der erste 1000er ging dadurch auch mit 6:53min an Andreas Herrig. Auch die zweite Gruppe konnte diese Marke kaum verändern. Erst danach kamen die ersten Piloten mit den vollen 10 Minuten Flugzeit zurück. Ein äußerst seltenes Phänomen, sind doch meist die Speed- und Streckenflüge entscheidend und nicht der Zeitflug. Aber auch das „simple“ Abgleiten will geübt sein.

Beim folgenden Speedflug gab es wie im vergangenen Jahr so einige Verwender. Die Bedingungen waren sich gar nicht so unähnlich. Sogar die Bestzeit ist sehr nahe zum letzten Jahr; diesmal mit einer tollen 13,54 von Markus Becker! Die meisten Piloten mussten sich jedoch mit 16s aufwärts begnügen.

Beim Streckenflug waren die Ergebnisse aufgrund des starken Thermischen Einflusses sehr durchmischt. Der kräftige Wind machte die Ballastauswahl und das fliegen von knappen Wenden zu einer Herausforderung.

Nach einer Stärkung mit Grill und Kuchen ging es nachmittags direkt mit dem zweiten Streckenflug weiter. Die wechselnden Bedingungen sieht man leicht an Gruppen 8 & 9. Während in ersterer Andreas Herrig mit 34 Strecken gewann, reichten nur wenige Minuten später 19 Strecken (Christian Rieger) für dasselbe Ergebnis. Auch wenn es hier einen deutlichen Unterschied im Leistungsniveau der Piloten gibt, zeigt es trotzdem die Herausforderung der wechselnden Wetterbedingungen.

Der Zeitflug zeigte sich ähnlich zu Runde 1, wobei das häufigere Auftreten von Thermik und die zurückkehrende Routine der Piloten zu weniger Ausreißern nach unten führte.

Der Speedflug war auch sehr ähnlich, aber auch gesamt etwas schneller als vormittags.

Zum Abend wurde noch der Streckenflug von Runde 3 bis zur sechsten Gruppe geflogen.

Leider hat es am ersten Tag mehrere technische Ausfälle gegeben. Insbesondere beim Start, bei niedrigen Streckenflugwenden und harten Landungen kamen mehrere Modelle zu schaden. Pascal Mestermann hatte beim Speed großes Pech und beschädigte beim Landen für einen Relaunch sein Leitwerk. Bitter für den Junior, ging die erste Runde doch ganz ordentlich los. Auch das Team FOO hat das Pech nicht ausgelassen. Matthias Gadget sah nach dem 2. Streckenflug eigentlich noch gut aus. Eine genauere Betrachtung zeigte aber irreparable Beschädigungen an Verbinder und Tasche. Thomas Merzhäuser hatte zusätzlich noch eine Verletzung am Fuß und musste daher schon Sonntag früh die Heimreise antreten. Gute Besserung!

Sonntags durften dann erstmal die Winden nach Westen aufgebaut werden. Noch waren es zwar östliche Winde, aber der Wetterbericht lag korrekt, dass der Wind erst etwas stärker auf Süd um am späten Vormittag auf Nord-West wechselt. Insbesondere während der Richtungsänderung waren die Winde auch kräftig.

Zuerst wurde der dritte Zeitflug geflogen. Nachdem die erste Gruppe mit der Flug-Strategie von Samstag begonnen hatte und im Osten nach schwachen Aufwindfeldern suchte, zeigte sich schnell, dass damit keine 10 Minuten zu fliegen sind. Der Südhang bot aber inzwischen genug Aufwind, um auch in niedrigen Höhen zuverlässiges Steigen zu ermöglichen. Die folgenden Gruppen gingen dann stets direkt an diesen Hang.

Beim verbleibenden dritten Streckenflug wurde dieser Hangaufwind auch stark genutzt.

Strecke Runde 4 wurde durch stärker werdende Thermik sowie die stärker nach NW drehenden Winde beeinflusst. Das Fluggebiet verlagerte sich dadurch auf die Hochebene oder an den Nord-Hang.

Während der Mittagspause wurden die aktuellen Rankings erstellt um im Anschluss einen finalen Speed in Reihenfolge des invertierten Zwischen-Klassements zu fliegen. Zwischenzeitlich wurde der Wind wieder deutlich schwächer. Die Hochstarthöhen waren niedrig und dadurch die Speedzeiten hoch. Die dünner werdenden Wolken verstärkten zum Ende hin die Thermik-Lotterie, bescherte aber auch teils deutlich bessere Flugzeiten.

Das Finale mit Besemer, Neumann, Herrig und Buchert wurde dann nochmal richtig spannend. Steffen konnte mit sehr knappen Wenden die Bestzeit (14,72s ) definieren. Matthias mit 16,24s prozentual etwas abgeschlagen verlor ein paar Plätze, trotzdem war dies die siebt schnellste Zeit der Runde!

Andreas mit 14,79s und einem äußerst sauberer Flug ganz knapp an Steffen dran.

Jetzt hing es also von Jens ab. Die Wetterbedingungen hatten sich etwas verschlechtert. Verstärkter Wind führte zu einer guten Starthöhe und Jens konnte sogar noch etwas Höhe durch kreisen gutmachen. Trotzdem reichte die sauber geflogene 16,28s nicht aus um den Vorsprung zu Andreas zu halten.

Das finale Ranking daher mit Andreas Herrig (alter und neuer deutscher Meister) vor Jens Buchert und Steffen Besemer.

In der Juniorenwertung erreichte Theo Weberschock den ersten Platz und Pascal Mestermann Platz zwei.

Das Rookie-Podest wurden von Jonas Majewski, Jessica Majeski und Thilo Rzymann belegt. Wir hoffen euch alle bald wieder zu sehen!

In der Teamwertung durften wir uns über einen ersten Platz von „foo1“ freuen, gefolgt von „KÄOB1“ und „Badesalz 2“

Insgesamt können wir auf einen rundum gelungenen Wettbewerb mit einem exzellenten Helferteam zurückblicken. Die renovierte Münchener Wettbewerbs-Anlage hat meistens funktioniert. Ein deutlicher Fortschritt zu letztem Jahr, aber noch nicht ganz beim Ziel angekommen. Ich habe einen großen Respekt vor der großen Aufgabe die hier begonnen wurde und hoffe auf weiterhin viel Erfolg bei der Modernisierung.

Einen ganz großen Dank an den MSC Kirchheim für ein perfekt organisiertes Event, super Helfer, die richtige Wetter-Bestellung und eine ausgezeichnete Versorgung am Platz. Einen weiteren Dank an die Fliegergruppe Hülben für das zur Verfügung stellen des Fluggeländes.

Ich freue mich schon auf Hülben 2025 und komme gerne wieder. Denkt auch an die Registrierung (und Bezahlung!) für die nächsten Wettbewerbe: https://mg-airsports.eu/competition-registration/f3b

Noch ein paar organisatorische Informationen:

– Es wurde ein Team von ca. 6 Personen um Peter Hubbertz und Armin Hortzitz gebildet, die das Austragen der F3B-WM 2025 in Deutschland anstrebt. Es gibt bereits einen möglichen Austragungsort, der nun weiter eruiert wird. Sie benötigen aber möglichst viele helfenden Hände um die Arbeitsbelastung zu verteilen. Meldet euch daher, wenn möglich, bei den beiden damit wir ein tolles Event durchführen können! Terminlich sind die WMs meist im August.

– In Lünen wird ein neuer Aktivensprecher für die deutschen F3B Piloten gewählt. Wer sich zu Wahl stellen möchte, kann sich das also noch in Ruhe überlegen.

– Martin Weberschock gibt seinen Posten als FAI World Cup Manager ab und wird durch (Sebastian oder Hans-Peter???) Haase ersetzt, der sich um die Koordination von F3G und F3B gemeinsam kümmert. Vielen Dank, Martin, für die Jahre der Arbeit und dein Engagement für unseren Sport!

– Und noch eine Änderung gibt es in eigener Sache: Thomas Schorb gibt die Contest Eurotour Organisation an mich (Christian Rieger) ab. Thomas macht noch bis zum Wettbewerb in Örebro weiter, dann werden wir die Übergabe durchführen. Ich freue mich schon auf diese Aufgabe und die Zusammenarbeit mit den Veranstaltern weltweit. Auch hier ein großes Dankeschön an Thomas für das langjährige Engagement für unsere Community!

Jahresbericht 2023 + Ausblick 2024

Ich hoffe alle Leser hatten erholsame Weihnachtsfeiertage und sind gut ins neue Jahr gekommen.

Nachdem ich zuletzt bereits über die Auswertung des Jahresrankings 2023 geschrieben hatte, möchte ich heute nochmal kurz das vergangene Wettbewerbsjahr reflektieren.
Dabei möchte ich insbesondere auch dem ganzen Foo-Team danken. Ohne euch hätte ich nicht die Erfolge gehabt und bei weitem nicht so viele Wettbewerbe geflogen. Auch einen riesigen Dank an die Familie Ober für die Unterstützung mit Winden und Zubehör. Dieses Jahr möchte ich euch aber gerne wieder auf dem Platz sehen! 😉

Los ging die Saison traditionell mit den Kirchheim Open in Hülben. Und während das Wetter nach einem regenreichen Freitag zwar überraschend schön war, waren die Flugbedingungen trotzdem herausfordernd. Natürlich hat man auch noch gemerkt, dass viele Piloten (mich eingeschlossen) erst wieder aus dem Covid-Tiefschlaf erwachen: War die B-Wende früher nicht näher am Piloten? (18. KirchheimOpen F3B 2023)
Zum Glück gab es nun ein paar Wochen Pause für Training bis wir uns Ende Mai in Jesenik wieder getroffen haben. Für mich ein neues Flugfeld bei dem ich schnell feststellen durfte warum die Piloten bei der letzten WM es hier so schwierig fanden. Hier entscheiden schnelle und richtige taktische Entscheidungen. Die Bedingungen könnte man als konstant abwechselnd bezeichnen. Ich würde es aber allen sehr empfehlen hier her zu kommen. Land und Leute sind die längere Anreise wert. Und wenn den Top-Piloten mal ein paar Punkte abgenommen werden, hilft uns restlichen das doch umso mehr! (12th International F3B Cup Jesenik F3B 2023)
Nardt war zur Abwechslung mal nicht nur ein Backofen. Dafür waren die Thermiken schwächer als sonst. Richtig sicher konnte man sich nie sein wo man fliegt. Fehlentscheidungen daher an der Tagseordnung, wie in Jesenik. Ich freue mich sehr, dass beide Wettbewerbe 2024 auch wieder auf der Liste stehen! (14th Sonnenwendpokal Dresden 2023)
Ein komplett neues Gelände bekommen wir nicht jedes Jahr in unseren Kalender. Umso schöner, wenn dann auch die Orga von Beginn an super funktioniert. Büllingen im schönen Belgien konnte aber nicht nur auf, sondern auch neben dem Platz für sich werben. Wir kommen sehr gerne wieder! (1st East Belgium F3B Cup Büllingen 2023)
Und dann waren es plötzlich nur noch zwei Wochen bis zur WM in Rodekro, Dänemark. Der Vorwettbewerb fiel leider ziemlich ins Wasser: Kein gültiges Ergebnis! Dafür wurden alle Helfer geübt und alle konnten sich zumindest etwas mit dem Gelände vertraut machen. Es war auch gut, nicht im schlimmsten Wetter noch zu fliegen. Wir sollten in der kommenden WM-Woche noch genug Feuchtigkeit abbekommen. (Pre-Contest F3B WC 2023 – Rodekro)
Die WM selbst war für mich absolut spektakulär! War es für mich doch das erste Mal überhaupt bei einer WM.
Die Möglichkeit sich mit Piloten aus aller Welt auszutauschen und neue Freunde zu gewinnen ist phänomenal. Es war ein absoluter Höhepunkt des Jahres! Vielen Dank an alle die dies möglich gemacht haben!
(WC F3B 2023 Day 1 – Montag – Rodekro
WC F3B 2023 Day 2 – Dienstag – Rodekro
WC F3B 2023 Day 3 – Mittwoch – Rodekro
WC F3B 2023 Tag 4 – Donnerstag – Rodekro
WC F3B 2023 Tag 5 – Freitag– Rodekro
WC F3B 2023 Tag 6 – Samstag– Rodekro
F3B World Championship 2023 Rødekro )
Aber nach 1,5 Wochen intensivstem F3B braucht man auch mal etwas Pause. Und die bekamen wir auch bis Ende August die Schweizer Meisterschaft in Binningen anstand. Leider dieses Jahr sehr unbeständig und sehr nass. Trotzdem konnten wir fast drei Runden fliegen. Hier konnten wir alle lernen, dass man dem Wetterbericht nicht ganz trauen sollte und lieber etwas länger im Zelt wartet als voreilig den Wettbewerbstag abzubrechen. Nächstes Mal erinnern wir uns hoffentlich daran. Ich freue mich auch hier, dass Binningen 2024 allen Widrigkeiten zum Trotz wieder auf der Liste steht! (8. Hohenstoffeln-Pokal 2023 Binningen)
In Lünen durfte dann die deutsche Meisterschaft ausgeflogen werden. Das Gelände ist seit langem bekannt: zum 25. Mal findet der Lippeweidenpokal statt! Trotzdem wissen alle um die Tücken, wenn der Wind aus der falschen Richtung kommt oder der morgendliche Zeitflug, der manchmal einfach nicht machbar erscheint. Andreas Herrig darf sich nun amtierender deutscher Meister nennen. Aber nicht allzu lange, dann muss er sich dieser Herausforderung erneut stellen: 2024 ist die DM bereits ganz zu Beginn in Kirchheim! (25th Lippeweiden Pokal – 13. Deutsche Meisterschaft 2023)
Der Saisonabschluss war dann Anfang Oktober am Nortel. Wie üblich mit kräftigem Wind und guten Hochstarthöhen, dafür aber schwierig zu fliegen. Ein sehr knappes Ergebnis war das Ergebnis dieses spannenden Wettbewerbs. Für mich auch ein Highlight, konnte ich doch meine beste Speedzeit drei Mal hintereinander verbessern. Was will man mehr zum Saisonende… Ich hoffe, dass Jens auch 2024 wieder einen Wettbewerb veranstaltet. Es klappt einfach zu gut auf diesem Gelände und mit diesen Helfern! (3RD. NORTEL CUP 2023)
Leider konnte der Speedcup in Kulmbach wegen schlechtem Wetter nicht mehr stattfinden. Aber dafür gibt es 2024 ein Großevent Mitte Mai mit F3B, F3G und Speedcup. Ich glaube, dass bei einer guten Planung hier super Synergien gehoben werden können um den Veranstaltern die Helfersuche deutlich zu vereinfachen. Kommentare dazu findet ihr z.b. auch hier: https://fooblog.de/?p=9832

Auch sonst startet 2024 mit erfreulich zahlreichen Wettbewerben: https://f3b.de/2023/12/04/f3b-kalender-2024/. Nur Nortel und Rodekro fehlen mir noch auf der 2024-Liste um es perfekt zu machen.

Ich freue mich, dass die etablierten wie auch die neuen Veranstalter erneut ausrichten. Nur der Oktoberfestpokal wird wohl nicht mehr zurückkommen. Es gibt aber auch hier Überlegungen zu einem Ersatzwettbewerb im Großraum. Vermutlich aber nicht mehr 2024…

Besonders freue ich mich persönlich auch auf die weiter entfernten Wettbewerbe im europäischen Ausland. Mit ein paar zusätzlichen Urlaubstagen lassen sich hier tolle Reisen verbinden.
Das wäre auch mein bester Tipp für alle, die wieder anfangen wollen oder mehr Wettbewerbe fliegen möchten: Kombiniert es mit eurem Erholungs/Action/Familienurlaub! Es gibt auf dem Weg, sowie um die Veranstaltungsorte mehr als genug tolle Sehenswürdigkeiten, die nur darauf warten erkundet zu werden! So manches Beispiel habe ich in meinen Berichten beschrieben. 2024 werden da weitere folgen!