Autor: Christian Rieger

Zwischenstand Nationalteam GER 2025 25.5.2024

Nachdem drei Wettbewerbe geflogen wurden und noch sechs anstehen, hier eine kleine Zwischenauswertung zum aktuellen Stand A-Kader / Nationalteam Deutschland 2025.

Da noch lange nicht alle Piloten dieses Jahr zwei Wettbewerbe geflogen haben oder gesamt nicht auf ihre sechs Wettbewerbe kommen, habe ich bei den Betreffenden den Durchschnitt der bisherigen Wettbewerbe dazu genommen. (abzüglich des schlechtesten Wettbewerbs)
Eine gültige Wertung gibt es bereits von: Besemer, Rieger, Hortzitz, Reinhold Krischke.

Es hat sich damit bislang kaum etwas an der Reihenfolge zu letztem Jahr (Jahreswertungen 2023, Zwischenanalyse Nationalteam 2025) verändert. Buchert und Krischke tauschen Plätze, hier kommt es aber primär drauf an wie viele und wie gute Wettbewerbe Johannes dieses Jahr einbringen kann. (Ich hoffe man sieht dich bald wieder!)
Frank Thomas habe ich nochmal auf die liste dazu genommen. Er hat aber wie Johannes Krischke dieses Jahr noch keinen Wettbewerb geflogen.

Interessant wird es also erst nach Dresden/Büllingen, wenn hoffentlich alle eine wirklich gültige Wertung bekommen.

RangName, VornameGesamtpunkte 2023 und 2024 je 2 beste + 2 weitere beste aus beiden Jahren2 beste aus 20232 beste aus 20245. bester6. bester
1Herrig, Andreas 596,77200,00199,0999,4598,68
2Besemer, Steffen 595,86199,59199,0998,7898,40
3Buchert, Jens 593,04199,01199,1898,9295,93
4Krischke, Johannes 593,04199,51(197,20)98,4997,84
5Neumann, Matthias 584,39197,22194,4896,3796,32
6Edenhofer, Helmut 577,30195,44(192,44*)95,7293,70
7Rieger, Christian 575,45194,78190,9095,1794,60
8Hinsch, Karl 569,15192,72189,1393,7593,55
9Hortzitz, Armin 567,23192,11188,8694,7391,53
10Becker, Markus 566,39191,02189,9693,7591,66
11Krischke, Reinhold 558,84190,49183,0993,1992,07
Thomas, Frank195,09195,09000
Stand: 25.5.2025, Unterstrichen: beinhaltet hypothetische Daten!
*bei Edenhofer wird Kirchheim 2024 wegen eines negativen Ausreißers nicht gewertet.

2024 Örebro Open F3B

Örebro 2024 – Lange Anreise, aber lohnt sich!

Als ich anfangs des Jahres die Wettbewerbsliste gesehen habe hat mich Schweden sofort gereizt. Eigentlich hatte ich ja auf Dänemark gehofft, aber Schweden ist ja eigentlich gleich nebenan. Dann mal nachgeschaut wo das genau ist: Uff. Das sind doch ein paar km mehr.^^

Glücklicherweise hat sich auch Steffen direkt interessiert gezeigt und daher habe ich einfach gleich noch eine Woche davor und danach Urlaub genommen. Die Fahrtstrecke muss sich dann wenigstens lohnen und ich wollte das maximale dabei rausholen. Es sollte sich mehr als nur lohnen!

Nach Kulmbach ging es fast direkt los Richtung Schweden. Mit der Fähre direkt nach Göteburg um länger zu schlafen sowie kilometer zu sparen. Auch die Stadt kann ich sehr empfehlen. Bei gutem Wetter auf jeden Fall den botanischen Garten sowie den Zoo im großen Stadtpark anschauen. Und gutes Wetter hatten wir. Während Deutschland eine Schlechtwetterfront abbekam, war es hier oben durchgehend sonnig und warm. Weitere Reiseziele: Stockholm (Vasa Museum!), Linköpping (Swedish air force museum!) und morgen geht’s wieder Richtung Süden. Man kann aber auch einen Abstecher in Richtung Westen machen und sich Oslo ansehen. Die Möglichkeiten sind fast unbegrenzt, wenn man so weit fährt. Auch unterwegs bieten sich Abstecher an.

Aber kommen wir zum eigentlich wichtigen: Dem Bericht zu den Örebro Open 2024.

Als bei der Anfahrt das Wettbewerbsgelände in Sichtweite kam dachte ich mir nur: oh mein Gott, dass wird kompliziert! Große freie Flächen mit teils leeren Feldern, abgewechselt von kleinen Baumreihen sowie, Richtung Süden, eine große Waldfläche. Es gibt also unzählige Stellen an denen sich Thermik bilden sowie ablösen kann. Direkt als ich ankam gingen dann auch gleich ein paar kräftige Staubteufel am Platz vorbei.

Steffen kam auch schon bald darauf an und wir machten uns ans Aufbauen der Winden. Wir wollten auf jeden Fall ein paar Testflüge machen. Und das war auch gut so. Wir konnten schnell feststellen, dass die Thermik so stark war wie es zuvor abzuschätzen war. Toll! Leider waren die Abwindfelder aber noch deutlich kräftiger und größer als gedacht. Teils konnte man gar nicht schnell genug wegfliegen um dem zu entkommen. Dazu eher mäßige Hochstarthöhen aufgrund wechselnder Winde, manchmal etwas von hinten.

Samstag überraschte uns mit weiterhin östlichen Winden anstatt der gedrehten Windrichtung auf Süd-West wie es die Wetterberichte eigentlich einstimmig voraussagte. Die Veranstalter vom RFK Ikaros wussten das aber offensichtlich schon und somit begann der Wettbewerb ohne einen Umbau der Windenrichtung. (Es ist nur Platz für eine Seite)

Extrem pünktlich begann Briefing und erster Flug um 8 Uhr bzw 8:30 mit Zeitflug.  Die Sonne scheint hier zwar schon seit 4:20 Uhr, trotzdem konnte die erste Gruppe noch recht erfolgreich die Zeit voll fliegen. In den folgenden Gruppen merkte man aber deutlich, dass die Bedingungen sich zunehmend veränderten. Die meisten konnten trotzdem die Zeit voll fliegen. Es wurde jedoch stetig komplizierter rechtzeitig woanders hin zu fliegen um die nächste Thermik abzugreifen. Glücklicherweise sind die Aufwinde auch in Bodennähe noch verfügbar und dies sollte über das Wochenende einige Piloten, teilweise die ganze Zeitfluggruppe, vor dem Absaufen retten.

Interessanterweise war der Speedflug mit einigermaßen gleichmäßigen Bedingungen. Der schwache Wind limitierte auf jeden Fall die maximale Starthöhe. Herman Stahl zeigt hier gleich mal womit wir dieses Wochenende rechnen müssen: 14,99s Bestzeit im ersten Speed in seinem ersten internationalen F3B Wettbewerb! Steffen mit 15,18s nur knapp dahinter.

Es gab ganze 4 Minuten Rahmenzeit mit einzelnen Rahmenzeiten. Dies verlängerte den Speed zwar etwas, entspricht aber genau den offiziellen FAI Regeln und ermöglicht es bei diesem Gelände auch mal eine schlechte Wetterphase abzuwarten. Macht also durchaus Sinn. Wirklich ausnutzen tut es sowieso kaum jemand.

Beim Streckenflug wurde den Piloten stets genug Vorbereitungszeit gewährt. Teilweise eher etwas zu viel, aber bei den 28 Teilnehmern kam man als Team doch andauern dran. Umbalastieren oder die Winden herrichten musste in der knappen Zeit dazwischen gemacht werden.

Die Thermiken sind schwer vorauszusehen und halten kaum einmal die ganzen vier Minuten Flugzeit. Wer als erstes eine findet, zieht zwar die Konkurrenz zu sich, diese findet den Aufwind aber nur manchmal. Bei Steffens Flug erwischte es uns hier kalt. Er gab zwar alles (inklusive A-Wende hinter einem Baum), trotzdem wurden einige Strecken gegen Martin Weberschock abgegeben. Dasselbe Ergebnis durfte Christian gegen Joakim Stahl erleben. Holger Au, der hier mit uns gemeinsam flog erging es auch nicht besser. Uff. Aber die Zuversicht: die anderen wird es auch mal treffen!

Ähnlich auch beim zweiten Streckenflug. Zum Speedflug jedoch drehte der Wind langsam doch auf die vorhergesagte Richtung. Bei teils 180° Rückenwind wurde die Runde vom Veranstalter aus Sicherheitsgründen abgebrochen. Da wir nur noch wenig Zeit bis zur Zeitbegrenzung durch den nahen bemannten Flugplatz hatten wurde der Wettbewerb für den ersten Tag beendet und der gemütliche Umbau der Winden in die andere Richtung durchgeführt. Ca 1,5h später war dies auch komplett erledigt. Es hätte aber auch deutlich schneller gehen können! Niemand hat sich hier beeilt.

Sonntags konnte diese Startrichtung auch gut genutzt werden. Dazu gab es auch etwas mehr Wind und die Starthöhen wurden besser. Das ermöglichte gute Ergebnisse beim morgendlichen Zeitflug. Die Abwinde waren aber erneut bereits kräftig.
Der Samstags angefangene Speedflug musste natürlich komplett wiederholt werden. Holger konnte eine tolle 16,4Xs beinahe bis zum Ende verteidigen. Steffen unterbot leicht mit 16,40s. Bei Christian leider ein Verwender in der zweiten B-Wende: 18,5s die zwar noch absolut ok aussehen aber auch ganz schön ärgerlich sind. Aber das passiert halt, wenn der Pilot meint er sei schneller unterwegs als er wirklich ist.

Der dritte Streckenflug wurde dann wieder interessant. Unsere Strategie bei Steffen ging gut auf. Dass er mit 16 Strecken dem nächsten ganze 5 Strecken abnehmen konnte war dann aber doch überraschend. So differenzierend hatten wir es selbst beim Flug nicht empfunden. So langsam haben wir uns jedoch an die Bedingungen vor Ort gewöhnt und beginnen erste Strategien zu bilden. Bei Christian hat das nochmal gut geklappt, bei Holger war die Thermik dann aber doch schon zu schnell wieder weg bevor er sie richtig erwischen konnte.

Der dritte Zeitflug zur Mittagszeit war ziemlich abartig. Sehr gutes Steigen ermöglichte tolle Höhen. Diese sind aber dann auch ganz plötzlich wieder weg. Steffen und Christian konnten die zwischenzeitlich bereits klein werdenden Modelle nach vollen 10 Minuten landen, jedoch ohne die Höhe aktiv abzubauen. 300m Höhe und nur noch 3 Minuten Restzeit bedeuten noch gar nichts!

Dritter Speed mit ordentlichen Zeiten, jedoch auch Sonntags keine in den Orbit kreisenden Modelle, wie Christian es schon befürchtet hatte. Probleme mit einem beim loslassen gebrochenen Hochstartseil beschädigten Christians Modell leicht. Der Flug klappte dann doch noch, die Bedingungen und die resultierende Zeit aber nicht ganz so toll.

Da noch etwas Zeit war sollte noch eine weitere Disziplin geflogen werden. Strecke fiel wegen fehlenden Helfern weg. Ein Münzwurf (Smartphone-Wurf) entschied was. Wie sagte doch ein Pilot: Die Götter waren mit uns und wir durften nochmal einen Speedflug zum Abschluss fliegen.

Dieser brachte kaum Überraschungen bis auf eine: Pascal konnte einen wirklich perfekten Flug hinlegen. (Gut ist er ja sowieso schon immer.) Vom Start am vor Last ächzenden Hochstartseil, über die gute hohe Höheneinteilung bis zu den extrem knappen Wenden mit wenig Geschwindigkeitsverlust. Auch das Ergebnis reflektierte dies; mit 13,6s die schnellste Speedzeit des Wettbewerbs und in Runde 3 über eine Sekunde Abstand zum zweitschnellsten! Klasse Leistung.

Abschließend konnte sich Herman Stahl (als Jugendlicher und in seinem ersten internationalen F3B Wettbewerb) auf den ersten Platz bringen. Gefolgt von Steffen sowie Hermans Vater Joakim auf Platz 3. Die Jugendwertung ging natürlich auch an Hermann, gefolgt von Mikkel Krogh-Petersen und Pascal Mestermann. Gesamt 5 Jugendliche (hier bis 23) waren anwesend. Klasse!

Der Speedpokal ging an Pascal Mestermann mit der absolut schnellsten einzelnen Speedzeit des Wettbewerbs.

Die Teamwertung wurde auch vom schwedischen Team gewonnen: Herman und Joakim Stahl mit Jack Björnberg-Krantz. Zweiter Teamplatz ging an Peter Hubbertz, Armin Hortzitz und Christian Thuinemann; dicht gefolgt von Team Foo mit Steffen Besemer, Christian Rieger und Holger Au.

Alles in allem ein Wettbewerb mit einer perfekt funktionierenden Wettbewerbsanlage, einer sehr guten Wettbewerbsorganisation, super Helfern und einer tollen Atmosphäre. Die Piloten haben sich viel gegenseitig ausgeholfen und auch bei Seilrissen war sofort jemand da der das Modell zurückbrachte oder eine Winde anbot. So machen Wettbewerbe noch viel mehr Spaß. Die „locals“ konnten zwar schon zeigen, dass die Platzkenntnisse etwas helfen. Entscheidend war trotzdem, dies dann auch umzusetzen. Die vielen Piloten die man sonst selten sieht haben auch einiges an Unsicherheit hineingebracht, da man vorher nicht wusste wie gut sie denn jeweils sind. Sehr interessant und eine schöne Abwechslung. Auch die Verpflegung war gut organisiert mit Burger mittags und einem BBQ Samstag abends. Sehr lecker!
Ich hoffe, dass es nächstes oder übernächstes Jahr (eventuell abwechselnd mit Dänemark) wieder die Örebro Open gibt. Wenn es mein Zeitplan erlaubt, werde ich die lange Anfahrt definitiv wieder auf mich nehmen und kann dies auch allen anderen nur empfehlen. Die Schweden selbst wollen auch versuchen ein paar weitere Wettbewerbe in Zentraleuropa anzusteuern. Vermutlich sehen wir also ein paar bald wieder!

Nächster Wettbewerb ist Nardt am 22./23.6. Bitte noch fleißig anmelden damit es stattfinden kann! ( https://mg-airsports.eu/competition-registration/f3b )
Soweit ich dies mitbekommen habe wird Jesenik übrigens NICHT am 10./11.8. stattfinden. Ich hoffe es kommt bald ein Ersatztermin zum planen.

Noch ein kurzes Wort zur Klingelanlage: Diese wurde von Hans Birgander auf Arduino Basis entwickelt und hat tadellos funktioniert. Er hat seinen Code auch veröffentlicht auf shoestringf3x.wordpress.com . Es freut mich sehr, dass wir hiermit eine Basis bekommen die jeder schnell nachbauen kann. Ich weiß, dass es ähnliche Projekte auch anderswo gibt. Vielleicht bekommen wir ja auch dort Open Source Projekte. Damit könnten wir alle besser gegenseitig voneinander lernen und die Anlagen gemeinsam verbessern.

Unterhalb gibt es noch die originalen Texte die Steffen und ich während des Wettbewerbs geschrieben haben:

21:30

Die Ergebnisse könnt ihr in den Bildern finden. Bericht bald.

16:20

wir hatten etwas stress durch zwei seilrisse und ein leicht beschädigtes Modell bei Christian.

speed lief soweit ok, steffen mit einer 15s Zeit. Bei mir nicht ganz so gut nach problemen beim ersten Start. dann nicht mehr so gute Bedingungen und etwas zu weit geflogen. zum Abschluss wurde per Los ein weiterer Speedflug bestimmt. Auch der lief bei Steffen und Christian ok, bei Holger lief es leider nicht so gut. Er hat den Start mehrfach wiederholt und beim letzten Start das Modell in der Sonne verloren. Daher keine tolle Zeit. Die konnte jedoch von Pascal Mestermann geflogen werden. Gute Bedingungen, sehr gute Höheneinteilung und super knappe Wenden brachten ihn auf eine 13,6s. vermutlich 1-1,5s schneller als der nächste! Klasse!!!

14:02 Hammerthermik mit Steigen und Fallen. Steffen konnte ohne Klappen im Saufen absteigen und voll Fliegen- genau so wie Christian. Holger musste 6 Sekunden liegen lassen.
Gleich kommt der 3. Speed…

11:50

Ich konnte in Strecke den 1000er machen (20 Strecken), leider nicht voraus. Eine Strecke wäre eigendlich drin gewesen.

Holger ist auch gut geflogen, war aber etwas zu spät und daher nur 20/24.

10:40

Erste runde Streckenflug Runde 3. Steffen in schlechter Luft mit 16 Strecken. die anderen aber mit 11,10 und 8 deutlich dahinter. Damit hat er seinen gestrigen Streckenflug ein wenig ausgeglichen.

19.5. 10:13

speed ist fertig. damit ist runde 2 fertig. holger hat seine Zeit fast bis zum schluss behalten. Steffen konnte mit 16,40s um wenigste hundertstel unterbieten. Ich hatte leider einen verwender in der 2. B. Mit ca. 18,5s trotzdem noch nicht ganz weg.

19.5. 9:15

Zeit war nicht mehr ganz so einfach, aber die meisten sollten die volle Zeit geflogen haben. Jetzt speed . aktuelle schnellste von holger au 16,4s.

19.5. 8:10

Erste Zeitflug gruppe ist geflogen. Zeit war glaub für niemanden ein Problem.

19.5. 7:45

Briefing for day 2. we are ready to go. weather is nice with a bit more wind.

19:00

wir haben alles umgebaut und eingepackt. die Ergebnisse für heute findet ihr in den Bildern.

Sehr schade, dass heut nicht noch mehr geklappt hat, aber es war die richtige Entscheidung. Morgen geht es um 8 Uhr weiter mit etwas verschärftem Tempo. Bevor ich es vergessen: im Streckenflug gab es leider einen Midair crash. Sonst ist es bisher gut gelaufen. Hoffen wir dass es dabei bleibt.

Alles in allem war es ein toller erster Tag mit nonstop Sonnenschein. Morgen darf es gerne so weitergehen. Die Veranstalter managen die Gruppen sehr angenehm und die Helfer sind sehr zuverlässig. Super! Dazu helfen sich alle Teilnehmer gerne gegenseitig aus.

Die lange Fahrt hat sich auf jeden Fall jetzt schon gelohnt! Wir gehen jetzt zum BBQ abendessen. Bis morgen!

17:15

Leider hat der Herr des Windes kein Erbarmen. Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit und der abendlichen Flugzeitbegrenzung wurde beschlossen den Wettbewerb für heute zu beenden, in Ruhe die Windenrichtung unzubauen und uns danach zum Abendessen zusammenzufinden. Die bereits geflogenen Speedflüge werden erneut geflogen. Results kommen später noch hier in den Bildern sowie auch online. Link kommt sobald ich ihn auch habe.

Also etwas Veranstalterpech, dass ausgerechnet hier jetzt der Wind drehen musste.

16:40

round 2 speed ist gestartet mit eher niedrigen Höhen und Geschwindigkeiten. Grund ist der stärker werdende Rückenwind. Wechselnd zwischen 90° und 180°. Wir sind 1/3 durch und pausieren kurz um wenige minuten abzuwarten ob es sich bessert.

16:00

zweiter streckenflug ist geflogen. steffen und ich mit 1000ern sehr happy. Die Thermik wandert auch während des Fluges stark. wind immer noch ruhig. die windrichtung der Wetterberichte passt aber nicht. wir starten nich immer richtung Nord ost.

13:30

speed war relativ ruhig, natürlich mit etwas besseren und schlechteren phasen. Aber erstaunlich gleichmäßig. Bestzeit mit 14,99 von Hermann Stahl. Steffen mit 15,18s, Christian 15,4s. wind weiterhin eher schwach.

Strecke mit guter Durchführung seitens der Wettbewerbsleitung und guten Wendenrichtern. auch hier durchgehend sehr ähnliche Bedingungen. aber herausfordernd, da die thermiken oft nur kurz halten. Einige restarts und die flugbereiche wurden komplett ausgenutzt. Steffen hat einmal die B wende hinter einem Baum herumgeflogen. uiuiui. leider ein paar Strecken abgegeben. bei dieser Witterung dürfte es aber alle mal erwischen.

10:00

Zeitflug haben wir alle geschafft. Aber nie ganz einfach und die letzten 2 Gruppen wurden thermisch sehr herausfordernd. Die Sonne scheint hier schon seit 4:20.

jetzt geht speed los.

18.5. 8:00

Briefing started. windrichtung ist gleich geblieben. super wetter, wenig wind aus Ost.

17.5. 15:00

Wie vermutet. die Thermiken sind sehr stark, die abwindfelder noch stärker. Das gibt herausfordernde Zeitflüge.

17.5. 13:00

ich bin angekommen und werde demnächst aufbauen. steffen sollte bald folgen. wechselnde windrichtungen werden vermutlich ein umbauen erfordern.

Das gelände sieht sehr thermisch aus mit einzelnen staubteufeln und vielen kleinen büschen und baumreihen um diie thermik abzulösen. definitiv ein Gelände wo die lokale Erfahrung hilft.

16.5. 23:00
Wir sind auf dem Weg nach Örebro und sollten morgen mittag ankommen. Das Wetter sieht ausgezeichnet aus mit viel Sonne und bis zu 25°C! Ich bin gespannt wie sich der Wind entwickelt. Auf dem Weg von Göteborg war es doch recht viel und die Windräder bogen sich ganz gut. Freue mich darauf viele Leute von der WM wieder zu sehen!

13TH PLASSENBURG-POKAL, KULMBACH 2024

Bericht Kulmbach F3B 2024

Bei Kulmbach kommen bei mir stets Kindheitserinnerungen hoch. War es doch hier anno 2003, dass ich mit meinem Vater und weiteren Vereinskameraden des MSF Donzdorf (Grüße nach Hause!) meinen ersten F3B „Wettbewerb“ geflogen bin: Das Einsteigerseminar bei dem die Profis uns ein wenig angeleitet haben wie man F3B fliegt. Damals noch mit völlig untauglichen Modellen und absolut keiner Ahnung was man machen muss. Ganz schön lang her und eigentlich hat sich gar nicht so viel geändert. Noch immer noch bin ich am tüfteln und trainieren um zu besseren Ergebnissen zu kommen.

21 Jahre später haben wir das grässlich regnerische Wetter von damals aber abbestellt und konnten bei schönstem Wetter 2 (bzw. 3) tolle Tage im Freien verbringen. Mit Ralf Decker und Tomás Bartovsky war dieses Wochenende auch die F3/FAI Prominenz am Platz vertreten. Zum Auftakt konnte uns Helmut Bauer hier noch ein paar Anekdoten mitgeben, bevor der Wettbewerb pünktlich startete.

Samstag
(vielleicht habt ihr das schon die letzten Tage gelesen, dann könnt ihr nach unten zum Sonntag springen)

Nach einem pünktlichen Briefing konnten heute morgen auch gleich die Flugzeuge für den Zeitflug gesattelt werden. Und hier durften viele gleich Federn lassen. Waren am Ende doch mit 10 Piloten nur circa 1/3 des Feldes in der Lage die Zeit vollständig zu fliegen. Aber zumindest bei den Landepunkten haben alle ihr Ergebnis noch etwas aufgebessert. Das ganze Lag am sehr schwachen Wind, der aber oft sogar leicht von hinten kam. (erstmal war nur die Nord-Östliche Windenrichtung freigegeben.) Die niedrigen Hochstarthöhen gaben eine schwierige Ausgangslage. Die noch zu schwache Thermik ermöglichte nur ein reduziertes Sinken, das erst in niedrigen Höhen etwas besser wurde. Das dann noch zu finden war nicht einfach.

Der Speedflug mit identischer Ausgangslage war dementsprechend auch mit niedrigen Höhen und niedrigem Gewicht geflogen. Eine saubere Einteilung und sichere Wenden waren notwendig, enge Wenden sehr empfehlenswert. J Die Bestzeit mit gutem Abstand von Bernhard Flixeder mit 15,78. Nur 4 Piloten unter 17s!

Der Streckenflug wurde langsam differenzierender durch die Thermikfelder. Trotzdem 13 mal 1000er bei 8 Streckenfluggrupen. Wenn man aber die falsche Seite wählte oder zu spät kam war die gute Luft schon wieder weg und man schaute in die Röhre. Teils waren hier starke Ausreiser im Ergebnis nach unten möglich.

Runde 2

Die zweite Windenlinie wurde eröffnet und es gab im Zeitflug jetzt viel Thermik ab der ersten Gruppe. Viele Piloten an der Sichtgrenze (nach oben). Aber auch hier gab es große Ausreiser. In meiner letzten Gruppe konnte ich mit einem Höchstpegel an Adrenalin und Anspannung in niedriger Höhe noch etwas Zeit schinden und mit 7:23min Flugzeit den 1000er sichern. Heute war Zeitflug, wie schon in Hülben, erneut kein garantierter 1000er!

Der Speedflug war etwas besser als zuvor. Es kam ganz leichter Wind auf und die Zeiten fielen um circa 1-2s. Bester wurde Steffen mit 14,33s und einer ganzen Sekunde Vorsprung auf den zweiten Jürgen Pölzl.

Aber immer noch waren die Hochstarthöhen nicht besonders.

Zum Ende wurden noch zwei Zeitfluggruppen Runde 3 begonnen. Die liefen ganz gut mit den meisten Piloten die die Zeit voll machten. Morgen geht es um 8 Uhr mit Zeitflug Gruppe 3 (nur F3B) weiter. Ich schätze danach noch einen oder zwei Streckenflüge und einen Speed am Ende.

Die Verpflegung war wieder sehr gut. Schonmal vielen Dank und ich freue mich auf des morgige Mittagessen!

Und was war mit F3G? Die gibt es natürlich auch bei diesem Wettbewerb. Ich habe noch kein Stimmungsbild gemacht und kann daher nur meine persönliche Meinung hier wiedergeben.

Ein so kleiner Wettbewerb wäre normalerweise ziemlich stressig. Insbesondere im Zeitflug, wo in jeder Gruppe jemand vom Team dran ist. Heute wurde dies so gelöst: In Strecke und Zeit fliegen F3B- und F3G-Gruppen abwechselnd. Speed wird jeweils am Stück geflogen. Dies ergänzt sich sehr gut, da alle genug Zeit haben sich vorzubereiten und auch bei Seilriss oder ähnlichem gibt es keine große Hektik durch die Pausengruppe F3G. Dazu beigetragen hat, dass genug Helfer da waren um die Linien ohne Piloten zu besetzen. Erst beim zweiten Speedflug wurde die A-Linie abwechselnd von den Piloten besetzt. Definitiv eine interessante Erfahrung! Und ja, man muss sich schon gut konzentrieren um jedes mal sauber zu drücken.

Die Landemarken sind doppelt vorhanden. Einmal F3B und nochmal für F3G, die sich damit schon am Punkt aufstellen können, während B noch fliegt. Insgesamt also sogar minimal effektiveres Zeitmanagement als bei derselben Menge an Piloten nur mit F3B.

Ich versuche mich morgen mal bissl umzuhören was die anderen für einen Eindruck haben und berichte dann entsprechend.

Sonntag

Auch am Sonntag waren wir pünktlich unterwegs. Wie erwartet wurde zuerst der schon begonnene Zeitflug fertig geflogen. Etwas kräftigerer Wind aus Nord ermöglichte bessere Starthöhen und verbesserte damit die Ausgangsbedingungen deutlich. Es war zwar noch lange kein Selbstläufer, aber die durchschnittlichen Ergebnisse hatten sich deutlich verbessert.

Im Anschluss folgten zwei Streckenflüge von Runde zwei und drei. Der dritte Streckenflug wurde dabei nicht mehr abwechselnd mit F3G geflogen, sondern eine Klasse als Block, damit die Piloten gegenseitig unter den Linien helfen können. Die Helfer vom Vortag waren wohl etwas zu erschöpft.

Die Sonne war bereits kräftig am werkeln und produzierte mit komplizierten Windsystemen eine interessante Mischung aus unterschiedlichen Startrichtungen, Hochstarthöhen und Flugbedingungen. Die Ergebnisse änderten sich dadurch auch massiv von Gruppe zu Gruppe. Die Thermik war zeitlich oft nur kurz vorhanden. Und wer den richtigen Startzeitpunkt verpasste, der konnte all zu oft nur noch in der verbleibenden sinkenden Luftmasse fliegen. Und während wir im Team gestern sehr gute Ergebnisse beim Streckenflug erreichten, bekamen wir heute die andere Seite zu spüren. Immerhin konnte Steffen die Punktverluste auf Runde drei begrenzen. Nach dem guten ersten Tag aber trotzdem ein kleiner Dämpfer. Bei mir waren beide (kurz aufeinander folgende) Streckenflüge ziemlich katastrophal. (16 zu 20, 11 zu 15) Bedingt aber auch durch mangelhaftes Flugzeug-tuning im Start. Hier ist also noch etwas Trainings- und Einstellungsarbeit notwendig.
Ein paar Tropfen aus einer Wolke konnten den Ablauf nicht nennenswert stören.

Nach einer kurzen Pause gab es dann die Zwischenergebnisse und somit auch die Startlisten für den finalen Speedflug. (siehe Bilder, Beide Flixeder vor Pölzl, Besemer, Buchert und Rossmann.)

Der Wind war weiterhin etwas kräftiger als Samstag, dafür gab es aber Schatten durch die inzwischen recht große Wolke. Die Wettergötter schienen uns jedoch beim Speedflug wieder milde gestimmt zu sein. Günther Ober konnte mit einem sauberen Flug und eng geflogenen Wenden früh eine 15,4x s Bestzeit für sich reservieren. Ein paar Starter später durfte ich bei guten Bedingungen meine zuvor im Herbst 23 beim Wettbewerb auf dem Nortel aufgestellte Speed-Bestzeit auf 14,44s verbessern und zeitweise die Wertung anführen. Yeah! Der Flug hat richtig Spaß gemacht und macht die zwei schlechten Flüge davor zumindest emotional wieder wett. 😊
Für den 1000er reichte aber auch das nicht ganz. Jens Buchert startete mit einer schlechten Höhe und versuchte diese mit der Suche nach Thermik aufzubessern. Dies war jedoch vergeblich und so kam er zu einem Restart zurück. Der Fallschirm am Hochstartseil wurde aber zuerst nicht eingehängt, was noch am Boden bemerkt wurde. Bereits unter Seilzug, dauerte das beheben des Problems ein wenig. Der Stress war im ganzen Team und beim Piloten bemerkbar, während die Rahmenzeit heruntertickt. Ein schneller Rückflug und Einflug bei circa 17s verbleibender Rahmenzeit erlaubten nun keine größeren Fehler. Scheinbar hat Jens aber genau diesen Stress gebraucht und er verwandelt ihn in eine tolle 14,35s.
Steffen als nächster Starter gibt das Zeichen zum Start und erstmal tut sich: gar nichts. Kein Strom an der Winde! Die Batterie war dann schnell angeklemmt und der Start ergab eine sehr gute Ausgangshöhe. Extrem knappe Wenden bei denen ich als Helfer (Bei Steffen, nicht als offizieller) schon etwas unsicher wurde, konnten die Bestzeit nochmal um sieben hundertstel auf 14,28s verbessern. Bei Pölzl, Gerhard und Bernhard Flixeder waren die Bedingungen nicht mehr ganz so gut. Bei Gerhard kamen noch ein paar Wellenbewegungen in der letzten Strecke dazu, die die Zeit etwas stärker erhöhte. Bernhard wie gewohnt mit einem sehr sauberen Flug. Die Bedingungen gaben hier aber nicht mehr her. (15,9X s?)

Damit konnte das Treppchen doch nochmal umgeworfen werden und Steffen gewinnt den 13. Plassenburgpokal vor Bernhard Flixeder und Jens Buchert mit 1% Vorsprung!

Fazit

Wir hatten richtig tolles Wetter und einen erfahrenen Veranstalter. Drei Runden konnten komplett geflogen werden. Auch die Verpflegung war sehr gut und schnell. Ein großes Lob an alle Helfer und auch an alle Piloten die sich „nebenberuflich“ als Helfer engagierten. Insbesondere bei den Streckenflügen war es manchmal sehr turbulent und trotzdem konnte fast immer die Übersicht gewahrt werden. Das ist nicht einfach!  Ich hoffe alle hatten genauso viel Spaß wie ich und freuen sich schon auf die 2025 Edition von Kulmbach F3B! Einen großen Dank an das gesamte Team der MV Kulmbach für die Organisation und Durchführung dieses schönen Wettbewerbs!

F3G + F3B
Wie bereits am Samstag versprochen, habe ich mit einzelnen Personen über das Konzept gesprochen und mir auch selbst gestern nochmal ein paar Gedanken gemacht.
Ich glaube der Wettbewerb in Kulmbach hat gezeigt, dass dieses Konzept funktionieren kann. Laut Helmut Bauer war die kombinierte Teilnehmerzahl auch zwingend notwendig für den MV Kulmbach um diesen Wettbewerb durchzuführen. Das Abwechseln der Gruppen mit G und B führt zu einem sehr gemütlichen Wettbewerb. Da wir mit 6 Piloten ein etwas großes Team für diesen Wettbewerb waren kam mir das dieses Mal etwas entgegen, wobei es auch Sonntags ohne Abwechseln problemlos und gut geklappt hat.
Allerdings muss man natürlich auch sehen, dass wir durch gemeinsam circa 60 Piloten auch doppelt so viele Flüge benötigen um eine Runde abzuschließen. Selbst wenn man etwas mehr Pausen berücksichtigt, hätte man ohne F3G bei diesen Wetterbedingungen sicherlich eine vierte Runde, vermutlich sogar eine fünfte Runde durchführen können. Das wäre deutlich mehr Flugzeit pro Pilot und auch für das Endresultat eine bessere Mischung unterschiedlicher Flugbedingungen.
Bei den anderen Piloten habe ich sehr unterschiedliche Meinungen gehört. Von grundsätzlicher Zustimmung wegen der Notwendigkeit bis zu Ablehnung. Die begrenzte Zeit beim Abbau und Siegerehrung ermöglichte hier aber sicherlich kein repräsentatives Meinungsbild, sondern zeigt nur, dass wir hier noch nicht ganz bei der Lösung des Problems angekommen sind.

Kernpunkt sind und bleiben zwei Probleme: Geld und Helfer.
In Kulmbach wurden beide Probleme durch die erhöhte Anzahl an Personen gelöst, die sich gegenseitig geholfen haben. Mehr Piloten bei gleichem Startgeld ergaben hier auch für den Verein einen attraktiven finanziellen Anreiz.

Nun steht es aus, auch noch andere Optionen zu testen.
Definitiv vorstellbar ist genauso ein Wettbewerb nur einer Klasse bei dem die Piloten sich gegenseitig an der A-Linie aushelfen.
Hier wäre eine klare Einteilung der notwendigen Personen nötig, was jedoch auch kein Problem darstellt. Theoretisch muss jeder Pilot je Streckenflugrunde nur einmal helfen. Oder in einer Runde für drei Gruppen drücken und die folgenden zwei Runden nicht mehr.
Bei kleinen Streckenfluggruppen könnten die notwendigen Helfer seitens des Veranstalters auf minimal 5 gedrückt werden. (1 Wettbewerbsleiter, 3x B-Wende, 1x Anlage/B-Wende Reserve)
Weitere offizielle Helfer könnten beim Catering gespart werden. So schön und einfach es ist, wir könnten uns auch alle eine Brotzeit mitnehmen oder nur einen Grill hinstellen, den die Nutzer selbst nachfeuern. Selbst eine längere Mittagspause wäre eine Option mit mehr Flugzeit, bei der die Helfer sich dann auch wirklich erholen können.

Bleibt dann noch der finanzielle Aspekt. Die Ausgaben für den Veranstalter sind mir hier ehrlich gesagt nicht genau bekannt, daher freue ich mich gerne über Anmerkungen und Kommentare hierzu. Ich schätze aber, dass bereits nennenswerte Kosten durch den Betrieb und den Transport der großen Münchener Anlage entstehen. Eine kompakte Anlage mit niedrigen Kosten sollte für solche kleinen Wettbewerbe aber absolut ausreichend sein. Lünen, Binningen, Büllingen und Jesenik funktionieren ja teils schon lange sehr gut.
Gesamt sind dann die Kosten:

Gesamt also 1250€ = 42€ bei 30 Piloten ohne Gewinn.

Das wars für heute. Schaut ruhig auch bald wieder hier vorbei. Ein Update für das Nationalmannschaftsranking ist in Arbeit und hängt von Zeit und Internetverbindung auf dem Weg nach und von Örebro ab.

19th Kirchheim Open F3B 2024 – 14. Deutsche Meisterschaft

Live reports, pictures and Results:https://www.rc-network.de/threads/f3b-kirchheim-open-2024.12005089/

In Hülben haben wir uns 2024 erneut zum ersten Mal zu einem Wettbewerb getroffen. Dieses Mal sogar direkt zur deutschen Meisterschaft. Es hieß also direkt von 0 auf 100 zu beschleunigen. Und das hinterlässt doch manchmal ein paar Spuren:

Pünktlich zum Wettbewerb des MSC Kirchheim ließ sich den Wettergöttern dieses Jahr ein wenig Gnade abringen und so konnte bereits am Freitagnachmittag relativ trocken aufgebaut werden. Der Samstag wurde sogar durchgehend sonnig und am Sonntag riss die Wolkendecke zum Nachmittag auf. Die Temperaturen zwischen 10°C und 20°C ermöglichten auch ein angenehmes Arbeiten. Eine Herausforderung wurde jedoch mit dem Wind geboten. Zum Training am Freitag noch auf West, wechselte er spät abends auf Süd-Ost und sollte so auch den ganzen Samstag über bleiben. Er war dabei kräftig und brachte ordentlich Zug in die Seile. Da der Startbereich durch eine Baumreihe gut abgeschirmt ist, entfaltete dieser Wind erst in ein paar Metern Höhe seine volle Wirkung. Fehleinschätzungen der Windstärke führten daher zu einigen Seilrissen.

Die Zeitflüge wurden auf der Alb-Hochfläche im Osten geflogen. Die Distanzen zum Piloten waren dabei hoch und die Flugbedingungen turbulent. Eine massive Herausforderung für alle Piloten. Der erste 1000er ging dadurch auch mit 6:53min an Andreas Herrig. Auch die zweite Gruppe konnte diese Marke kaum verändern. Erst danach kamen die ersten Piloten mit den vollen 10 Minuten Flugzeit zurück. Ein äußerst seltenes Phänomen, sind doch meist die Speed- und Streckenflüge entscheidend und nicht der Zeitflug. Aber auch das „simple“ Abgleiten will geübt sein.

Beim folgenden Speedflug gab es wie im vergangenen Jahr so einige Verwender. Die Bedingungen waren sich gar nicht so unähnlich. Sogar die Bestzeit ist sehr nahe zum letzten Jahr; diesmal mit einer tollen 13,54 von Markus Becker! Die meisten Piloten mussten sich jedoch mit 16s aufwärts begnügen.

Beim Streckenflug waren die Ergebnisse aufgrund des starken Thermischen Einflusses sehr durchmischt. Der kräftige Wind machte die Ballastauswahl und das fliegen von knappen Wenden zu einer Herausforderung.

Nach einer Stärkung mit Grill und Kuchen ging es nachmittags direkt mit dem zweiten Streckenflug weiter. Die wechselnden Bedingungen sieht man leicht an Gruppen 8 & 9. Während in ersterer Andreas Herrig mit 34 Strecken gewann, reichten nur wenige Minuten später 19 Strecken (Christian Rieger) für dasselbe Ergebnis. Auch wenn es hier einen deutlichen Unterschied im Leistungsniveau der Piloten gibt, zeigt es trotzdem die Herausforderung der wechselnden Wetterbedingungen.

Der Zeitflug zeigte sich ähnlich zu Runde 1, wobei das häufigere Auftreten von Thermik und die zurückkehrende Routine der Piloten zu weniger Ausreißern nach unten führte.

Der Speedflug war auch sehr ähnlich, aber auch gesamt etwas schneller als vormittags.

Zum Abend wurde noch der Streckenflug von Runde 3 bis zur sechsten Gruppe geflogen.

Leider hat es am ersten Tag mehrere technische Ausfälle gegeben. Insbesondere beim Start, bei niedrigen Streckenflugwenden und harten Landungen kamen mehrere Modelle zu schaden. Pascal Mestermann hatte beim Speed großes Pech und beschädigte beim Landen für einen Relaunch sein Leitwerk. Bitter für den Junior, ging die erste Runde doch ganz ordentlich los. Auch das Team FOO hat das Pech nicht ausgelassen. Matthias Gadget sah nach dem 2. Streckenflug eigentlich noch gut aus. Eine genauere Betrachtung zeigte aber irreparable Beschädigungen an Verbinder und Tasche. Thomas Merzhäuser hatte zusätzlich noch eine Verletzung am Fuß und musste daher schon Sonntag früh die Heimreise antreten. Gute Besserung!

Sonntags durften dann erstmal die Winden nach Westen aufgebaut werden. Noch waren es zwar östliche Winde, aber der Wetterbericht lag korrekt, dass der Wind erst etwas stärker auf Süd um am späten Vormittag auf Nord-West wechselt. Insbesondere während der Richtungsänderung waren die Winde auch kräftig.

Zuerst wurde der dritte Zeitflug geflogen. Nachdem die erste Gruppe mit der Flug-Strategie von Samstag begonnen hatte und im Osten nach schwachen Aufwindfeldern suchte, zeigte sich schnell, dass damit keine 10 Minuten zu fliegen sind. Der Südhang bot aber inzwischen genug Aufwind, um auch in niedrigen Höhen zuverlässiges Steigen zu ermöglichen. Die folgenden Gruppen gingen dann stets direkt an diesen Hang.

Beim verbleibenden dritten Streckenflug wurde dieser Hangaufwind auch stark genutzt.

Strecke Runde 4 wurde durch stärker werdende Thermik sowie die stärker nach NW drehenden Winde beeinflusst. Das Fluggebiet verlagerte sich dadurch auf die Hochebene oder an den Nord-Hang.

Während der Mittagspause wurden die aktuellen Rankings erstellt um im Anschluss einen finalen Speed in Reihenfolge des invertierten Zwischen-Klassements zu fliegen. Zwischenzeitlich wurde der Wind wieder deutlich schwächer. Die Hochstarthöhen waren niedrig und dadurch die Speedzeiten hoch. Die dünner werdenden Wolken verstärkten zum Ende hin die Thermik-Lotterie, bescherte aber auch teils deutlich bessere Flugzeiten.

Das Finale mit Besemer, Neumann, Herrig und Buchert wurde dann nochmal richtig spannend. Steffen konnte mit sehr knappen Wenden die Bestzeit (14,72s ) definieren. Matthias mit 16,24s prozentual etwas abgeschlagen verlor ein paar Plätze, trotzdem war dies die siebt schnellste Zeit der Runde!

Andreas mit 14,79s und einem äußerst sauberer Flug ganz knapp an Steffen dran.

Jetzt hing es also von Jens ab. Die Wetterbedingungen hatten sich etwas verschlechtert. Verstärkter Wind führte zu einer guten Starthöhe und Jens konnte sogar noch etwas Höhe durch kreisen gutmachen. Trotzdem reichte die sauber geflogene 16,28s nicht aus um den Vorsprung zu Andreas zu halten.

Das finale Ranking daher mit Andreas Herrig (alter und neuer deutscher Meister) vor Jens Buchert und Steffen Besemer.

In der Juniorenwertung erreichte Theo Weberschock den ersten Platz und Pascal Mestermann Platz zwei.

Das Rookie-Podest wurden von Jonas Majewski, Jessica Majeski und Thilo Rzymann belegt. Wir hoffen euch alle bald wieder zu sehen!

In der Teamwertung durften wir uns über einen ersten Platz von „foo1“ freuen, gefolgt von „KÄOB1“ und „Badesalz 2“

Insgesamt können wir auf einen rundum gelungenen Wettbewerb mit einem exzellenten Helferteam zurückblicken. Die renovierte Münchener Wettbewerbs-Anlage hat meistens funktioniert. Ein deutlicher Fortschritt zu letztem Jahr, aber noch nicht ganz beim Ziel angekommen. Ich habe einen großen Respekt vor der großen Aufgabe die hier begonnen wurde und hoffe auf weiterhin viel Erfolg bei der Modernisierung.

Einen ganz großen Dank an den MSC Kirchheim für ein perfekt organisiertes Event, super Helfer, die richtige Wetter-Bestellung und eine ausgezeichnete Versorgung am Platz. Einen weiteren Dank an die Fliegergruppe Hülben für das zur Verfügung stellen des Fluggeländes.

Ich freue mich schon auf Hülben 2025 und komme gerne wieder. Denkt auch an die Registrierung (und Bezahlung!) für die nächsten Wettbewerbe: https://mg-airsports.eu/competition-registration/f3b

Noch ein paar organisatorische Informationen:

– Es wurde ein Team von ca. 6 Personen um Peter Hubbertz und Armin Hortzitz gebildet, die das Austragen der F3B-WM 2025 in Deutschland anstrebt. Es gibt bereits einen möglichen Austragungsort, der nun weiter eruiert wird. Sie benötigen aber möglichst viele helfenden Hände um die Arbeitsbelastung zu verteilen. Meldet euch daher, wenn möglich, bei den beiden damit wir ein tolles Event durchführen können! Terminlich sind die WMs meist im August.

– In Lünen wird ein neuer Aktivensprecher für die deutschen F3B Piloten gewählt. Wer sich zu Wahl stellen möchte, kann sich das also noch in Ruhe überlegen.

– Martin Weberschock gibt seinen Posten als FAI World Cup Manager ab und wird durch (Sebastian oder Hans-Peter???) Haase ersetzt, der sich um die Koordination von F3G und F3B gemeinsam kümmert. Vielen Dank, Martin, für die Jahre der Arbeit und dein Engagement für unseren Sport!

– Und noch eine Änderung gibt es in eigener Sache: Thomas Schorb gibt die Contest Eurotour Organisation an mich (Christian Rieger) ab. Thomas macht noch bis zum Wettbewerb in Örebro weiter, dann werden wir die Übergabe durchführen. Ich freue mich schon auf diese Aufgabe und die Zusammenarbeit mit den Veranstaltern weltweit. Auch hier ein großes Dankeschön an Thomas für das langjährige Engagement für unsere Community!